27. Vattenfall BERLINER HALBMARATHON
 
1. April 2007
 

Halbmarathonläufe gibt es ja einige in der Nähe Hannovers und längere Strecken mit dem Auto zu fahren gehört nicht gerade zu meinen Lieblingsbeschäftigungen. Da Regina Verwandte in Berlin hat und ich auch mal wieder unsere Hauptstadt erleben wollte, bot es sich an, das Ganze in diesem Jahr mit der Teilnahme am Berliner Halbmarathon zu verbinden. Neben der Großstadtkulisse ist das große Teilnehmerfeld für mich der besondere Reiz dieser Veranstaltung und die kreisenden Hubschrauber über dem Starterfeld sind auch immer wieder eine aufregende Sache.

Mit den Teilnehmerzahlen wird auch bei dieser Veranstaltung etwas unseriös umgegangen. Im Vorfeld war zum Schluss von 22.048 Anmeldern des Berliner Halbmarathon die Rede. Als Neuteilnehmer dachte ich da an 22.048 HM-Läufer. Gemeint war aber in Wirklichkeit die Summe aus den Anmeldern Bambinilauf, Fun Run, Handbiker, Rollstuhlfahrer, Inline-Skater, Walker und HM-Läufer. Als Maßstab für eine gelaufene Veranstaltung finde ich auch die Zahl der Finisher für treffender als die der Anmelder. Auch so ist der Vattenfall-Halbmarathon mit seinen 15.873 Finishern eine beeindruckende Zahl.

Die drei Stunden Fahrzeit mit dem Auto von Uetze-Hänigsen zu unserem Ziel in der Nähe des Flughafen Tempelhof verging recht schnell. Regina hatte wie immer ein Geschenk für den Spargelsprinter aus Hänigsen für den Zieleinlauf vorbereitet. Das gab es aber aus praktischen Gründen schon bei der Abfahrt. "Mein langer Lauf zu mir selbst" von Joschka Fischer. Und daraus hat sie mir vorgelesen und den langen Weg nach Berlin angenehm verkürzt.

Im Messezentrum (rechts) gab es die Startunterlagen Kubanische Musiker spielen auf der kleinen Bühne im Messezentrum.

In Berlin hatten wir uns auf Arbeitsteilung geeinigt. Regina übernahm an beiden Tagen die Verwandtenbesuchte, ich hatte Zeit und Ruhe für den Besuch der Sportmesse mit den Empfang der Startunterlagen im Messezentrum und den Lauf am Sonntag. Dadurch gibt es nun leider keine Fotos vom Athleten in der großen Stadt.

Mit den öffentlichen Verkehrsmitteln bin ich am Sonntag zum Startbereich gefahren - und viel zu früh angekommen. Bei strahlend blauem Himmel und frischen Morgentemperaturen habe ich mich dann in dem Bereich Berliner Dom/Palast der Republik umgesehen. Hier war neben der Rest-Startnummernausgabe in einem langen Zelt auch die hervorragend organisierte Kleiderbeutel-Aufbewahrung aufgebaut. Wie auch am Vortag habe ich immer wieder Ausschau nach den anderen Athleten vom Burgdorfer Lauftreff gehalten. Aber weder Bernhard, Burkhard noch Nikolaus konnte ich auf Berliner Boden ausfindig machen.

Die Wartezeit in Startblock "C" geht dann schnell herum. Die letzten Sekunden werden heruntergezählt, der Startschuss fällt pünktlich um 10.45h bei immer noch frischen Temperaturen auf der Straße "Unter den Linden". Die Zuschauer sind zahlreich, jubeln und klappern fröhlich mit ihren Ratschen. Die Athleten von "C" wechseln zwei- bis dreimal vom Gehen zum Laufen und endlich kommt das Feld in kontinuierliche Bewegung.

Wenig später passieren die Läufer das Hotel Adlon. Die Gäste und die Angestellten vor dem Haus wirken recht dezent. Bei einem Preis für z.B. eine Junior-Suite mit Blick auf das Brandenburger Tor von 1.200 €/Nacht müssen sie das vielleicht auch tun.

Vom Brandenburger Tor geht es über den Kreisel mit der Siegessäule die nächsten vier Kilometer nur geradeaus. Es wird langsam wärmer. Schatten gibt es immer weniger. Ab Schloss Charlottenburg geht es dann eher kurviger zu bis zum Kurfürstendamm. Der sieht gerade und elendig lang aus und die gefühlte Temperatur steigt weiter. Die Gedächtniskirche, das KaDeWe und der Potsdamer Platz bleiben noch in meinem Gedächtnis. Danach wird die Aufmerksamkeit mehr und mehr aufs Laufen reduziert. Erst die Endorphine auf den letzten hundert Metern beflügeln wieder Beine und Geist.

Eine von zwei Tischreihen mit der beliebten, gelben Läufernahrung. Auf dem Berliner Dom hat man das Kreuz abgebaut. Der Palast der Republik wird ganz demontiert.

Ich komme ins Ziel. Erhalte meine Medaille. Der Himmel über Berlin strahlt. Ich bin zufrieden. Ein Platz zum Ausstrecken auf einer Wiese suche ich vergebens. Also gehe ich zur Verpflegungsstation trinke einen Becher und falle über das Bananen-Büfett her.

Eine rundherum gelungene Laufveranstaltung hat der Mark Milde mit seinen Mitarbeitern am 1. April auf die Beine gestellt. Das Wetter konnte bei meinem ersten Halbmarathon in Berlin gar nicht besser sein. Zum gelungenen Abschluss dieses Tages habe ich auf der Heimfahrt noch eine Lesung von Regina aus Joschka Fischers Läuferbuch erhalten.

Start - weil´s vom Finish kein Bild gibtFinisherzahlen und Sieger beim 27. Vattenfall Berliner Halbmarathon
Halbmarathon: 15.873
Patrick Makau Musyoki (Kenia) 00:58:56
Benita Johnsen (Australien) 01:08:28

Rainer Lingemann