Spielbanken Marathon Niedersachsen
Bericht eines Halbmarathon-Teilnehmers
 
6. Mai 2007

Der Spielbanken Marathon Niedersachsen ist in die 1. Liga der Marathonläufe in Deutschland aufgerückt. So hat es jedenfalls die Veranstaltungschefin Stefanie Eichel ausgedrückt. Die Streckenänderung auf nur eine Runde für die 42-km-Strecke ist endlich gelungen und Teilnehmer- und Zuschauerzahlen tendieren nach oben.

Für die Aktiven zeigte sich im Vorfeld hier und da noch eine kleine Schwäche. Spargelsprinter Holger, der für den Berichterstatter die Startunterlagen mitgebracht hatte, berichtet von Schwierigkeiten beim Erlangen der Startnummern am Freitag. Dieses Durcheinander habe ich auch schon erlebt, vielleicht existiert es aber auch nur, wenn man pünktlich zum Start der Startunterlagenausgabe erscheint. Und die richtige numerische Reihenfolge der Zelte für die Kleiderbeutelabgabe wird der Veranstalter im nächsten Jahr sicher voll im Griff haben.

Die Zelte für die Kleiderbeutel Das Neue Rathaus

Auf der Wiese mit den Zelten treffe ich den Spargelsprinter Henning. Da ist meine Freude immer groß, wenn mir unerwartet ein Bekannter auf einer Veranstaltung über den Weg läuft. Meine Stimmung wird ein wenig gedämpft, als ich von den professionellen Vorbereitungen für seinen HM-Lauf höre und den Zeitplan sehe. Ich denke an meine Trainingsstunden und der mahnende Vorwurf von Achilles´ Trainer kommt mit in den Sinn: " ... nimm das Laufen richtig ernst". Dann meldet sich auch noch mein Gewissen. Bin ich doch durch großzügige Eintragung der Bestzeit in der Anmeldung in den Startblock "grün" noch vor Henning gerutscht.

Nach dem Überklettern der Absperrungen verbleiben mir noch zehn Minuten in meinem Startblock und los geht´s zur Stadtbesichtigung durch die Landeshauptstadt. Am Maschsee ist es wie gewohnt noch etwas kühl aber schon auf der Hildesheimer Straße habe ich meine optimale Betriebstemperatur erreicht. Ich federe in Richtung Innenstadt, als ich plötzlich eine vertraute Stimme hinter mir vernehme: Thorsten Glorius, ehemaliger Burgdorfer und Spargelsprinter, hat mich am Lauftreff-Logo sofort erkannt.

Vom Bahnhof an ist das Grün an den Straßen bis zur Nordstadt nur spärlich vertreten. Ab den Herrenhäuser Gärten wird die Strecke wieder attraktiver. Schöne alte Häuser mit Vorgärten. Wie jedes Jahr lärmt an der Nienburger Straße irgendeine Burschenschaft vor ihrem Vereinsheim fröhlich am Straßenrand. Vereinzelt sitzen auch Zuschauer an der Strecke. Ein junger Schnösel, der mit einem Bier in der Hand auf einer Liege rumlümmelnd die Athleten anfeuert, wirkt auf mich eher provokativ.

Holger, noch am Anfang seines langen Laufes. Carolin und Daniela kurz vor dem Ziel: 21,1 Kilometer.
Ab dem Königsworther Platz treten die Zuschauer wieder in größerer Zahl auf. Das Ziel rückt nun langsam näher und ist ab dem Leibnitzufer schon zu sehen. Es folgt aber noch eine kleine Schikane, denn das Ziel muss im großen Bogen umrundet werden. Da ich mich frischer als bei meinen letzten beiden Halbmarathons fühle, plane ich einen furiosen Schlusssprint. In der Osterstraße sammle ich noch Kräfte, biege rechts in den Friedrichwall ein und starte auf der Schlussgeraden voll durch. Die Zuschauer jubeln den Finishern zu. Das letzte Stück ist aber für einen Sprint nach 21 Kilometern verdammt lang. Ich muss das Tempo reduzieren. Erst auf den letzten 50 Metern hebe ich mein Tempolimit wieder auf und schwebe wenig später über die Induktionsschleifen ins Ziel.
Der Berichterstatter hat seine Medaille schon. Meaghan und Beate  warten auf den Start. Beate und Meaghan am Getränkestand kurz hinter dem Ziel.

Regina wartet vor dem Rathaus auf mich und überreicht mir als persönliche Siegprämie eine Tüte Frühlingsmandeln (= superleckere ganze Mandeln im Schokoladenmantel).
Von den teilnehmenden Spargelsprintern hatten drei LäuferInnen einen ganz besonderen Tag. Holger Schulz ist seinen ersten Marathon gelaufen. Für ihren ersten Halbmarathon haben sich Daniela Taubald und Carolin Niemann die Straßen von Hannover ausgesucht.
Beate war von ihrer Lauflust so gepackt, dass sie sich spontan für die 10-km-Strecke nachgemeldet hatte. Meaghan war an diesem Tag so gut in Form, dass sie auf der gleichen Strecke 2:15 Minuten schneller war als bei ihrem ersten Lauf über 10 Kilometer.

Nicht nur die Spargelsprinter, sondern auch der Organisatoren konnten mit den Leistungen, dem Ablauf und dem ganzen Drumherum zufrieden sein. Schade nur, dass nicht alle teilnehmenden SpargelsprinterInnen nach dem Wettbewerb zusammengekommen sind. Das lag neben der Größe der Veranstaltung sicher auch mit an der breiten Streuung der Startzeiten.

Finisherzahlen und Sieger
1.148 - 42 km: Muruki Mbogo, Daniel (Kenia) 2:14:45
Njero, Monica (Kenia) 2:46:18
2.893 - 21 km: Chepkwony, Johnstone (Kenia) 1:02:45
Morige, Alice (Kenia) 1:11:17
1.046 - 10 km: Horstmann, Hauke (D) 00:32:57
Radtke, Franziska (D) 00:38:10

5.117 - Summe Finisher
Spargelsprinter
42 km - Schulz, Holger 3:48:16
21 km - Glorius, Thorsten 1:47:08
Lingemann, Rainer 1:50:03
Niemann, Carolin 2:12:02
Sandte, Henning 1:53:30
Taubald, Daniela 2:12:02
10 km - Douglas, Meaghan (Kanada) 00:53:17
Eichenauer, Beate 00:45:19
Rainer Lingemann