TUIfly
Marathon
  Hannover
4.Mai 2008
 

Ein Bericht rund um den 10-Kilometer-Lauf

Nach fast halbjähriger Pause mit Krankenhausaufenthalt und "maximalinvasivem" Eingriff hat der Hänigser Athlet mit der 10-Kilometer-Strecke die Laufszene wieder betreten. Sein Kardiologe hatte keine Bedenken gegenüber dem Ausdauersport. Angefangen mit 1-Kilometer-Läufen stellt sich die Ausdauerleistung langsam wieder ein und der "ersten" Teilnahme an einer Laufveranstaltung stand nichts mehr im Weg.

Der Himmel war strahlend blau und auf dem Platz neben dem Rathaus begann der Aufbau der zahlreichen Zelte. Das große Zelt für die Marathon-Messe hatte bereits seit Freitag geöffnet. Startunterlagen gab es an der hinteren Wand, also nachdem man zuerst die Sportartikelmesse mit ihren zahlreichen Verlockungen durchquert hatte.

Hauptsponsor TUI hat sich dieses Jahr etwas Besonderes einfallen lassen. In den Ausgabebereich für Startutensilien dürfen nur diejenigen, die den "Boarding-Pass" bei der Stewardess oder dem Steward vorzeigen. Die auf dem Kärtchen neben der Startnummer enthaltenen Begriffe sind aus der Fluggastbeförderung übernommen. Leuchtend gelb und orange sind die Kleiderbeutel, die den Aufdruck "TUI-Marathon Palma de Mallorca" tragen. Ob nun die TUI mit ihrer Kulisse Nichtflieger an die Fliegerei heranführen will oder Laufen und Urlaubsgefühl konditionieren will, ist wohl keinem der Sportler so recht klar. Auch im Vorfeld der Veranstaltung gab es eine Menge Werbung für den TUI-Lauf in Palma.

TUI hat den Flugschalter für Läufer geöffnet. Reges Treiben auf dem Trammplatz.

Da ich reichlich früh erschienen war, habe ich mir den Start der Halbmarathonläufer angesehen. Das zum Vorausfahren versprochene Follow-Me Fahrzeug vom Flughafen kam nicht zum Einsatz. Trotzdem ging es beim Start recht bunt zu. Schwarzafrikanische Athleten legten sich mit herkömmlichen Socken mächtig ins Zeug und vergrößerten die Distanz zu den weißen Kompressionsstrümpfen der beiden deutschen Spitzenläufer. Auf der Strecke hat der Voodoo-Zauber der weißen Wunderstrümpfe noch mehr nachgelassen, dass die langbestrumpften Athleten Schauer und Karl erst neun bzw. elf Minuten nach den zwei Kenianern ins Ziel kamen.

Die Kleiderbeutelabgabe und das Hinkommen durch den Fußgängertunnel zu den Startblöcken verliefen ohne Probleme. Zone III war diesmal mein Startblock. Gut geeignet für Rekonvaleszenten, Sightrunner und Leute, die auf die Überholspur wollen. Der Start wie gewohnt: Startschuss   -   warten. Die Welle setzt sich in Bewegung   -   und stoppt. Die Welle kommt wieder in Bewegung   -   und schwappt endlich los in Richtung Staatsarchiv. Die Streckenführung ist leicht abgewandelt. Auf der Lavesallee geht es runter bis zur Siegessäule, dann zweimal links bis die Läuferschar in der Verlängerung der Straße die Marktkirche erblickt. Zwischen Bundesleistungszentrum und Ihme führt der Weg wenig später an den Maschsee.

Nach meiner Laufpause habe ich anfangs Schwierigkeiten, mein Tempo zu finden. Vielleicht liegt es am schmalen Weg am Maschsee oder an der wieder neuen Situation mit vielen Läufern gemeinsam zu laufen. Nach dem Abbiegen auf die Hildesheimer Straße hat sich alles wieder eingerenkt. Das noch ungewohnte Frühjahrsgrün und der Sonnenschein nach langen Regenwochen bilden eine schöne Kulisse für einen entspannten Lauf. Zunehmend macht sich die Mittagssonne bemerkbar. Startzeit war 12:00 Uhr. Ich passiere die Gildebrauerei und denke daran, dass ich vor langer Zeit in den Semesterferien hier mal im Bierkeller gearbeitet habe.

Die Hildesheimer Straße führt nun bald zur Zielgeraden. Ich mache einen Fotostopp und bin überrascht, wie viele Läufer mich verfolgen. Später werde ich feststellen, dass noch 812 Läufer/innen hinter mir finishen. Auf der Zielgeraden herrscht eine Bombenstimmung. Noch nie habe ich hier so viele Zuschauer gesehen. Ich freue mich, dass ich die Strecke so reibungslos gemeistert habe, stelle mich zwischen die Absperrhütchen und mache ein "Zielfoto" nach meiner Art.

Auf der Hildesheimer Straße. Im Ziel werden hinter dem Rekonvaleszenten noch 812 Läufer/innen finishen. Noch 100 Meter bis zum Ziel.

Nach Polizeiangaben säumten 108 000 Zuschauer die Strecke. Das Wetter konnte gar nicht besser sein und die Organisatoren hatten gute Arbeit geleistet. Für mich war die Strecke ein Erfolgserlebnis und im nächsten Jahr werde ich wieder dabei sein. Dann habe ich mir allerdings als nächstes Ziel die Halbmarathonstrecke vorgenommen.

Ehrlichkeit und Seriosität kommen in der Teilnehmerstatistik noch zu kurz. Teilnehmerzahlen werden immer noch aufgeblasen. Der Veranstalter präsentiert in der Teilnehmerstatistik 9 851 "Teilnehmer" für die 42-, 21- und 10-Kilometer-Strecke. Wenn ich die Finisher der drei Distanzen addiere, komme ich auf 7 276. Das macht einen Unterschied von 26 Prozent. Erfahrungsgemäß geben im Schnitt aber nur weniger als 1 Prozent der Läufer auf. Die gemeldeten Läufer, die daheim im Bett liegen bleiben, kann man nun wirklich nicht als Teilnehmer zählen.
Da mich der Schwund beim Marathon zwischen "Teilnehmern" (eichels) und Finishern mit 35,7 Prozent irritiert, habe ich bei "eichels: Event" per Mail mal nachgefragt und warte bis heute auf eine Antwort.

Finisher!  TUIfly Marathon Hannover 2008
42 km
21 km
10 km
Summe
1 296
4 119
1 861
7 276
Rainer Lingemann
 
Hintergrundfoto: Start Halbmarathon