31. HARZ-
GEBIRGSLAUF

WERNIGERODE
11. Oktober 2008
Auch bei der 11- Kilometer-Strecke sollte man sich vorher das Höhenprofil ansehen
 

Das war schon meine zwölfte Teilnahme in Folge am Harzgebirgslauf. Und die Arbeit am dritten Bericht über das Laufereignis in Wernigerode-Hasserode erzeugt erst mal mehr Transpiration als Inspiration. Vieles habe ich schon über diesen Landschaftslauf geschrieben und dieser Aufsatz ist nur eine Ergänzung meiner Schilderungen von 2006 und 2007.

Mit dem Wetter hatte der Organisator des HGL wieder das große Los gezogen. Sonnenschein pur am ganzen Veranstaltungswochenende. Auch in den letzten zehn Jahren dominierte im Schmuddelmonat Oktober hier das freundliche Wetter in der ersten Monatshälfte. Vielleicht hat ein Meteorologe vor 31 Jahren den Termin festgelegt. In der Wetterkunde sind solche Phänomene bekannt: Untypische Erscheinungen treten regelmäßig im Verlauf der Jahre auf. Wer mehr darüber erfahren möchte, findet im Internet Informationen unter Witterungsregelfälle oder Singularität (z.B. Weihnachtstauwetter, Märzwinter oder Schafskälte).

Start- und Zielareal vor dem Forsthaus Himmelpforte
An dieser Stelle der Strecke hat man einen Blick bis ins  Harzvorland bei Darlingerode

Schon am Freitagvormittag waren wir angereist, um ein Wochenende im Landkreis Wernigerode zu verbringen. Auf Grund guter Erfahrungen haben wir wieder unser Quartier im Kloster Drübeck im gleichnamigen 3 000-Seelen-Dorf bezogen. Danach ging´s gleich zu Besichtigungstouren nach Wernigerode. In Anbetracht der Laufveranstaltung am nächsten Tag hatte "Beine-Schonen" höchste Priorität. Das ließ sich schon bei der Schlossbesichtigung realisieren. Mit dem Pferdefuhrwerk ließen wir uns vom Rathaus bis auf den Schlossberg kutschieren. Die Fernsicht war von dort oben so überzeugend, dass wir uns auf der Schlossterrasse einen Tisch suchten. Und da ich auch an die Belastungen des nächsten Tages denken musste, wurden zur Kohlenhydrate-Auffrischung Vanillewaffeln mit Schlagsahne geordert. Espressi, Sonnenschein pur und der Blick auf die Laufstrecken vor dem Brockenpanorama rundeten die Stadtbesichtigung der ruhigen Art ab.

Superwetter dann auch am Samstag. Der leichte Frühnebel bei unserer Ankunft in Hasserode hatte sich schnell aufgelöst und das Tal vor dem Forsthaus Himmelpforte füllte sich schnell mit vielen hundert Menschen. Nach einigen Jahren Beteiligung an der 22-Kilometer-Herausforderung (mit 400 Meter Summe Höhendifferenzen) hatte ich mich für die 11-Kilometer-Strecke angemeldet. Und die wollte ich dann locker und leichtfüßig zurücklegen.

Pünktlich fiel der Startschuss zur Harzbesichtigung auf der kurzen Distanz. Wie jedes Jahr ergriff der Jagdhornbläser sein Instrument und verabschiedete die Läufermeute mit dem Signal Aufbruch zur Jagd. Mit leichter Steigung auf dem ersten Kilometer ging es vorbei an den Fischteichen des ehemaligen Klosters Himmelpforte. Nach drei Kilometern auf dem gemeinsam von 11- und 12-Kilometer-Läufern benutzten Weg, bog die Kurzstrecke links ab und die Bergsteigerei begann.

Nach der Faustformel "halbe Strecke = halbe Anstrengung" hielt ich es nicht für nötig, mir das Höhenprofil vorher anzuschauen. Auf den ersten ein bis zwei Kilometern dieser Etappe war ich noch optimistisch, zumal ich immer mehr gehende Läufer überholten konnte. Aber die Luft wurde immer dünner und meine Beine immer schwerer. Hinter jeder Biegung erwartete ich das Ende dieser Kletterei - vergebens. Irgendwann schloss auch ich mich der Geher-Fraktion an. Später erfuhr ich, dass diese knackige Steigung drei Kilometer lang war. Völlig entspannt ließ es sich dann auf den restlichen fünf Kilometern bis zum Ziel durch die attraktive Harzlandschaft laufen

Das Harzer Bergland
Das obligatorische ZIEL-Foto
Die 11-Kilometer-Strecke halte ich für landschaftlich schöner, als die 22er. Teilweise sind Berghänge abgeholzt und erlauben einen weiten Blick in die Landschaft, teilweise bis ins Harzvorland.
Etwas eingeschränkt ist die Sicht im Duschzelt beim koedukativen Duschen durch den Wasserdampf. Belebend und schön ist es aber trotzdem. So im Wald, auf der grünen Wiese und im Zelt zu duschen.

Der Harzgebirgslauf ist eine attraktive Laufveranstaltung. Trotzdem verzeichnen die Teilnehmerzahlen einen Rückgang. Der HGL-Verein bietet eine tadellose Veranstaltung, ist aber recht konservativ. Seit 31 Jahren findet der Lauf statt und in meiner Teilnahmezeit von 12 Jahren sind die Veränderungen minimal. Bei der Homepage habe ich den Eindruck, dass jedes Jahr nur das Datum geändert wird. Die Probleme, mit freiwilligen Helfern etwas auf die Beine zu stellen sind mir durch meine Arbeit im Sportverein vertraut. Trotzdem sollte man damit anfangen, mit einigen Veränderungen der Routine entgegenwirken.


Weitere 14 Fotos vom Harz-Gebirgslauf-Wochenende 2008 gibt´s in meinem Webalbum unter
http://picasaweb.google.com/sandrunner6/Harzgebirgslauf2008?authkey=sfMojaolrfA#

Finisher!   31. HGL Wernigerode
42 km
22 km
11 km
Summe
662
841
963

2466

Rainer Lingemann