Bilderbericht vom
4. Huy-Burgen-Lauf
[hü burgenlauf]
 

6. Mai 2006 Burg Schlanstedt - Huysburg - Schachdorf Ströbeck 34 Kilometer
7. Mai 2006 Schachdorf Ströbeck - Wasserburg Westerburg 21 Kilometer
 
Dieser Bilderbericht vom Huy-Burgen-Lauf ist nur eine Ergänzung meines Aufsatzes vom Vorjahr. Wer etwas mehr über diese nicht alltägliche Laufveranstaltung erfahren möchte, sollte erst einmal zum Lauf 2005 zurückblättern.

Das Wetter konnte bei der 4. Auflage des Landschafts- und Erlebnislaufes gar nicht besser sein. Eine Woche vorher und an den beiden Lauftagen schien die Sonne von morgens bis abends, die Temperaturen bewegten sich zwischen 20 °C und 25 °C. Frühling lag in der Luft und die Stimmung bei Läufern und Begleitern zeigte nach dem Regen im Vorjahr in Richtung Maximum.

Rückseite von Burg Schlanstedt Der Hänigser Läufer hat einen Hund mit Startnummer entdeckt.
Eine Stunde vor dem Start erreichte ich mit meiner Ehefrau Regina das Dorf Schlanstedt. Mitten in diesem nur 1200 Einwohner zählenden Ort steht die 1349 erstmals erwähnte Burg. Nach Abholung der Startunterlagen reichte die Zeit noch für einen kurzen, morgendlichen Spaziergang auf alten Dorfstraßen rund um dieses Bauwerk. Gern hätten wir uns noch mehr umgeschaut aber meine übliche Unruhe vor dem Start nahm zu.

Nach sorgfältiger Kontrolle meiner Schnürsenkel und mit der Startnummer am Bauch begab ich mich in den Innenhof der Burg, dem Startplatz. Jagdhornbläser sorgten dort für eine schöne, akustische Kulisse. Völlig überrascht war ich, als ich im Starterfeld einen Hund mit der umgebundenen Startnummer 400 entdeckte. Wie im letzten Jahr schickten drei Schützenbrüder mit einem dreifachen Startknaller das Läuferfeld in das hügelige Harzvorland. Der Burgenlauf ist eine Veranstaltung ohne Zeitnahme. Das hielt auch in diesem Jahr die Läufer der ersten Reihe nicht davon ab, einen furiosen Start wie beim 50-Meter-Lauf hinzulegen. Am ersten Tag waren 34 Kilometer zu absolvieren.

So ganz rational zu sein, gelingt mir natürlich auch nicht immer. Als bekennender Langsamläufer bin ich mit meinem Tempo zufrieden. Denke ich jedenfalls. Als nach etwa 50 Gesamtkilometern (Tag 1 und 2) Staffelläufer locker an mir vorbeifederten, wurmte mich das doch und ich versuchte bei 25 °C ohne Schatten, meine Geschwindigkeit zu erhöhen. Nicht der Verstand, sondern bleierne Füße zwangen mich kurz danach wieder zu moderatem Tempo.

Ich fotografiere gern. Zum ersten mal hatte ich meine Digitalkamera während des Laufens bei mir. In meiner Hand, auf der zweiten Tagesetappe über 21 Kilometer. Der Apparat steckte in der Bereitschaftstasche, beides zum Schutz gegen Schweiß in einer Plastiktüte. Dadurch wird die Handhabung ein wenig umständlich und der Wechsel zwischen Laufen und Fotografieren ist stark gewöhnungsbedürftig. Das Hintergrundfoto ist ein Produkt des fotografierenden Spargelläufers. Die Teilnehmer gelangen auf einem Feldweg mit blühenden Obstbäumen in das Dorf Athenstedt.

Durch das Torhaus geht es in den Innenhof Das Burgfräulein und der Ritter begrüßen die einlaufenden Sportler
Die Wasserburg Westerburg bildet eine beeindruckende Kulisse für den Zieleinlauf und die Anschlussveranstaltung. Nach dem Essen in der rustikalen Burgscheune fanden Läufer und Begleiter im Innenhof Platz, sich auf der Wiese und den Bänken auszuruhen. Danach erfolgte die Urkundenverteilung durch Ritter Gerd und Burgfräulein Doreen, unterbrochen von künstlerischen Darbietungen.
Die Urkundenverteilung Das Event klingt im Burghof aus.
Der Huy-Burgen-Lauf ist eine attraktive Veranstaltung und wird bei schönem Wetter zu einem ganz besonderen Ereignis. Obwohl keine Zeitnahme erfolgt, handelt es sich wegen des Geländeprofils um einen anspruchsvollen Lauf. Mit der Wasserburg als Ziel und Ort für die Abschlussveranstaltung sorgt der Veranstalter für ein nachhaltiges Erlebnis bei Läufern und Begleitern.
Rainer Lingemann