SportScheck Nacht-Lauf Hannover
12. September 2008
Eine Sightrunning-Veranstaltung durch Hannover mit Gruseleinlage
 
Die Idee des Sightrunnings findet mehr und mehr Anhänger in der Läuferwelt. SportScheck hat bereits darauf reagiert und den Nacht-Lauf durch Hannover auf den Markt gebracht. Ohne Startnummer und Zeitnahme geht es vorbei an den Sehenswürdigkeiten der Leinestadt: Rathaus, Leineschloss, Altstadt, Bahnhofsplatz, Kröpcke und Opernplatz. Fünf-Kilometer-Läufer drehen eine Runde. Die Zehn-Kilometer-Strecke bietet zweimal das Vergnügen.

Die Bahnhofstraße in Richtung KröpckeSchon eine Woche vor der Veranstaltung waren keine Startplätze mehr zu bekommen. SportScheck hatte die Teilnehmerzahl auf 4 200 begrenzt. Anmeldungen waren per Post, per Internet oder im Geschäft möglich. Die Startunterlagen wurden im Geschäft gegen einen Ausdruck der Mailbestätigung und Vorlage des Personalausweises ausgehändigt. So wurde es jedenfalls bei mir gehandhabt, da ich mich auf den letzten Drücker per Mail angemeldet hatte.

Die "Startunterlagen" bestanden im Wesentlichen nur aus dem orangefarbenen Funktionsshirt, das zum Start berechtigte und an der Verpflegungsstation zur Empfangsberechtigung diente. Für Kleidungsbeutel gab es unbewachte Zelte in Startnähe. Anfängliche Bedenken gegen diese Aufbewahrungsart waren unbegründet, zum Schluss waren die dringend benötigten Handtücher, trockenen und wärmenden Sachen noch alle vorhanden.

In einem Wettkampfkalender wird man die Veranstaltung nicht finden, da keine offizielle Zeitnahme erfolgt. Und das bedeutet wiederum auch, dass die Strecke nicht offiziell vermessen ist. Davon ließen sich aber Tausende von Freizeitläufern nicht abschrecken und genossen ausgelassen die Stimmung auf dem Platz der Weltausstellung, der als Start und Ziel angegeben war. Da der Platz der Weltausstellung ja eigentlich nur ein kleines Plätzchen ist, findet der Start praktischerweise in der Osterstraße statt.

Die Moderation am Start war professionell und die Stimmung in der noch halbwegs warmen Sommernacht war super. Lautsprecher wurden langsam hochgefahren und die Bässe massierten mit dem Song "Highway to hell" Muskulatur und Ohren der Athleten. Mit dieser rückstandsfreien Dopingmethode wurden die Läufer auf die Strecke durch das nächtliche Hannover geschickt.

Start der 5-Kilometer-Läufer Der Autor des Berichts auf dem Platz der Weltausstellung.  Die Größe der Anlage ist furchteinflößend.
Das farbig angestrahlte Rathaus überraschte als erstes die Aktiven. Nach der holperigen Straße vor dem Leineschloss wurde es in der Altstadt ein wenig dunkler. Das war vielleicht der Grund, warum nun zusehends die Kurven großzügig geschnitten wurden. In diesem Abschnitt war die volle Aufmerksamkeit geboten, weil ständig irgendwo ein Poller oder Pfosten im Weg stand.

Weiter ging´s im Zickzackkurs, bis plötzlich seltsame Gestalten auf dem Fußweg herumstanden. Schwarz gekleidet, etliche mit langen, dunklen Mänteln. Einige mit weiß angemalten Gesichtern und strahlenförmigem, zackeligem Augen-Make-up. Das Rockhouse war ereicht. Kurt-Schumacher-Straße/Ecke Kanalstraße. Einige Wesen machten eher einen verschreckten Eindruck. Waren vielleicht genauso bestürzt über die rund 4 000 rätselhaften Typen in orangenen Shirts, die sich in der Nacht mit sonderbaren Bewegungen durch ihr Revier bewegten.

Im Nu war die Begegnung der ungewohnten Art vorbei und schon vor dem Bahnhofsplatz wurde die Läuferschar mit vertrauten Reizen konfrontiert. Das Orquesta Batucada (eine Sambagruppe) trommelte was die Instrumente hergaben. Mit nun leichteren Schritten ging´s die Bahnhofstraße auf der einen Seite bis zum Kröpcke hoch, auf der anderen Seite wieder runter. Durch den Gegenverkehr konnten die Läufer sich nun selbst ein Bild von ihrem beeindruckenden Auftritt in orange machen.

Als letzten markanten Punkt streifen die Läuferinnen und Läufer den Opernplatz. Das ehrwürdige Haus selbst liegt aber so unauffällig und still da, dass die ersten Geräusche schon aus dem Zielbereich vernehmbar werden. Noch zweimal rechts um die Ecke gelaufen und die Zielgerade ist erreicht. Doch da stehen und agieren völlig unerwartet zwei Typen (Nichtläufer) mitten auf der Strecke in Gegenlaufrichtung. Beide im dunklen Anzug, mit schwarzen Lederschuhen, weißem Hemd und Krawatte. Dazu mit Hut und Sonnenbrille: Die Blues Brothers. Sie begrüßen 100 Meter vor dem Ziel die Finisher. Erst wenige Meter vor dem Ziel ist meine Kamera einsatzbereit und ich mache als Erinnerung an diese gelungene Laufveranstaltung das Zielfoto (wie immer von der Rückseite).


Weitere 11 Fotos vom SportScheck Nacht-Lauf 2008 Hannover gibt´s in meinem Webalbum unter
http://picasaweb.google.com/sandrunner6/SportScheckNachtLauf?authkey=dnxi_HUSMmc#

Teilnehmer
(nach eichels:Event)
5 km
10 km
Summe
Rainer
Lingemann
1 400
2 800
4 200